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Was ist PON – einfach erklärt!

PON, PON, PON, überall hört man von diesem PON, aber was ist das eigentlich?

Von Pon hab ich immer mal wieder etwas gehört. Aber immer, wenn es dann darum ging, was es jetzt denn jetzt GENAU ist und was ich damit anfangen könnte, hatte ich alle Informationen, die ich darüber aufgeschnappt hatte, wieder vergessen. Mein Hirn plötzlich so: blank. Pon, Vulkatec, Leca, Tonkügelchen hier, Seramis da…. also am Anfang blickt man echt irgendwann gar nicht mehr durch! Bisher hatte ich mich nicht an die Sache herangetraut, weil es mir schlicht zu anstrengend war, mich mühsam in viele Quellen reinzulesen und mir die Information zusammenzuklauben. Schluss damit!

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Amazon Affiliate Links und Werbung aufgrund von Markennennung und zur Verfügung gestellten Testprodukten der Firma Lechuza.

Wir lernen jetzt gemeinsam, was Pon ist!

Pon ist ein spezielles anorganisches Substrat, dass man anstatt Erde nehmen kann. Es sieht aus wie ein Haufen kleine Schottersteinchen.

Laut Hersteller setzt sich Pon so zusammen:
Zeolith, deutscher Waschbims, deutscher leichter Lavastein (versorgt die Pflanze dauerhaft mit Eisen) und vollumhüllter Dünger. Damit sind kleine Langzeit-Düngekügelchen gemeint, die sich von selbst abbauen und in das Substrat gemischt wurden. Im Gegensatz zu anderen Substraten ist es laut Hersteller für 6 Monate vorgedüngt. Danach muss man wieder neue Düngekügelchen ins Wasserreservoir kippen oder einen flüssigen (für Hydrokultur geeigneten) Dünger benutzen.

Ein kleiner Beutel Pon, den man mit einem Deltini Topf erhält.

Der Hersteller von Pon ist in Wahrheit kein Unbekannter für euch!

Was bedeutet Lechuza eigentlich auf Deutsch? Lechuza heisst auf Spanisch “die Eule”. Es ist aber gar keine spanische, sondern eine deutsche Firma aus Franken, die in 70 Länder weltweit exportiert. Das ist deren Website. Und ihr kennt vermutlich bereits alle ein Produkt aus der Firmengruppe und hattet deren Plastik schon hunderte Mal in der Hand: nämlich als Playmobil. Auf den Zusammenhang wäre ich nie gekommen. Neben Playmobil und Lechuza produzieren sie inzwischen auch Gartenmöbel. Das Schöne daran für mich als Käufer: es gibt alle Anleitungen und Produktbeipackzettel zum download online, einen erreichbaren Service und Ersatzteile. Ich liebe solche verlässlichen Firmen! Ich unterstütze gern Unternehmen, die im gleichen Land sitzen.

Also, falls ihr noch Rechtfertigungsgründe für das Shoppen neuer Töpfe gebraucht habt, das waren ein paar Argumente, die dafür sprechen.

Pon wird mit Bewässerungstöpfen kombiniert

Von Lechuza und für Pon gibt es passende moderne Töpfe und Kübel. Das verwendete Plastik ist von hoher Qualität, was sich in den Preisen widerspiegelt. Lechuza hat das eigene angebotene Substrat gleich mit mehreren Topfsystemen kombiniert, die mit einer Selbstbewässerung über einen Docht und einen Gießanzeiger arbeiten. Selbstbewässerungstöpfe lassen sich selber bauen oder von anderen Herstellern kaufen. Und das wird bereits von vielen Pflanzenfreunden praktiziert, sodass ihr online bereits viele Anregungen, Tutorials, Experimente und Erfahrungsberichte findet.

Was genau ist Selbstbewässerung?

Selbstbewässerung bedeutet, man kippt eine bestimmte Menge Wasser in ein Reservoir oder in einen Topf. Darin hängt ein Docht, der sich mit Wasser vollsaugt und es nach oben in das Substrat (Erde, Pon oder Erde-Pon oder anderes Substrat) zieht. Ähnlich wie beim Gießen von unten saugt sich das Substrat auf diese Weise voll. Jetzt kann die Pflanze mit ihren Wurzeln die Feuchtigkeit ganz nach Bedarf aufnehmen. Ohne Kontrolle geht es nicht, dafür gibt es im Topf meist einen Gießanzeiger mit einem Kontrollstab, der anzeigt, wie voll das Reservoir noch ist und wann wieder Wasser nachgefüllt werden muss. Viele gehen irgendwann lieber dazu über, nach Gewicht oder Optik des Substrates zu gießen, dafür braucht es aber etwas Erfahrung.

Und was bringt Pon mir jetzt genau?

Mineralisches Substrat Lechuza Pon
Mineralisches Substrat Lechuza Pon

Vorteile von Pon

Bedenkt bei allen hier genannten Vorteilen, das hier natürlich auch Marketing zum Tragen kommt. Inwieweit das Ganze stimmt, werde ich bald herausfinden, wenn ich eigene Erfahrungen beim Testen meiner Töpfe sammeln konnte (ich bin ja noch Anfängerin). Ich kenne viele Menschen, die begeistert Pon und die passenden Töpfe nutzen, sodass ich dem Produkt einen kleinen Vertrauensvorschuss gebe.

  • Ein Vorteil ist naheliegend: danke dem Selbstbewässerungssystem in Kombi mit Pon in den Urlaub fahren (nach Corona dann), vorher gießen und auf die Selbstbewässerung vertrauen. Oder den Pflanzensitter mit dem Nachgießen beauftragen und sich entspannt zurücklehnen, weil man dabei nicht viel falsch machen kann (theoretisch zumindest).
  • Weniger Gießstress bei sehr durstigen Pflanzen, die auf regelmäßige Wassergaben angewiesen sind
  • Weniger nervige Schädlinge (zum Beispiel lästige Trauermücken, ganz vermeiden lassen sie sich aber nicht)
  • Bei korrekter Anwendung weniger Probleme mit Staunässe, weniger Gefahr von Wurzelfäule (für manche wichtig bei sehr teuren Pflanzen. Denkt an Pflanzen ab 500 € aufwärts).
  • Das Umtopfen ist einfacher: Die Pflanze wird einfach herausgenommen, wieder eingesetzt.
  • Wurzeln können leichter kontrolliert werden, ohne die Pflanze stark zu stören.
  • Optisch sieht es clean und einheitlich aus (natürlich Geschmacksfrage, manche finden die Plastiktöpfe optisch wenig ansprechend).
  • Das Substrat ist immer wieder verwendbar. Es kann ausgekocht und damit jahrelang genutzt werden. Den Langzeitdünger muss man allerdings nachfüllen oder selbst düngen.

Beim Hersteller fand ich folgende weitere Vorteile auf der Website:

  • Für alle Pflanzen geeignet
  • LECHUZA-PON besitzt ein für Pflanzen optimales Luft-Wasser-Verhältnis (45% Wasser – 55% Luft). Die Anfälligkeit für Krankheiten wird hierdurch gemindert. Auch nach Jahren verdichtet sich das strukturstabile Pflanzsubstrat nicht und behält seine luftdurchlässige Struktur.
  • Das ist ein Zitat von der Herstellerseite: “Mehrfache Siebungen bei der Produktion reduzieren Feinanteile im Gestein auf ein Minimum. Ein Verschlämmen im Wurzelbereich wird dadurch ausgeschlossen und die dauerhafte Kapillarität erhalten.”
    Bei meinen Töpfen mit Tonsubstrat setzt sich tatsächlich Tonsand unten im Topf ab. Ich topfe öfter um, daher stört es mich noch nicht, aber eine Dauerlösung ist es dann nicht.
  • Das Zeolith Gestein soll den pH-Wert stabilisieren und Makro- und Mikronährstoffe dauerhaft verfügbar halten. Wer öfter düngt und dabei den pH-Wert genau misst, versteht diesen Satz sicher besser als ich. Bei Tonkugeln wie Leca scheint es Probleme mit dem pH-Wert zu geben.
  • Das Substrat kann das Wasser bis an die Gefäßoberfläche leiten und versorgt auch kleine Pflanzen mit kurzen Wurzeln. Das klingt toll für die Anzucht von Stecklingen und Ablegern!
  • Die Nährstoffversorgung ist gut und es besteht keine Gefahr der Überdüngung
  • Die Pflanze findet festen Halt im Pflanzgefäß, was besonders bei größeren Pflanzen wichtig ist.
  • Das Substrat soll Schadstoffe binden und Pilzwachstum, das die Wurzeln schädigt, hemmen. Das ist eine gute Sache für Allergiker wie mich.
  • Macht nicht soviel Dreck wie Erde (manche Menschen verabscheuen Erde und jeden Kontakt damit, andere lieben es).

Fallen euch noch andere Vorteile ein? Schreibt es mir unten!

Nachteile von Pon (meiner Meinung nach) und kritische Stimmen zur Verwendung mineralischer Substrate

Es gibt in der deutschen Pflanzencommunity durchaus geteilte Meinungen zu Pon. Besonders jetzt (Anfang 2021), nachdem einige reichweitenstarke Plantfluencer von ihren schlechten Erfahrungen mit Pon berichtet haben. Die Kritik an mineralischen Substraten ist aber nicht neu.

  • Anwendungsfehler können die Pflanzen schädigen.
  • Ableger könnten mit ihren jungen Wurzeln Probleme durch das vorgedüngte Substrat bekommen (eine Lösung: Vulkatec verwenden und später in Pon setzen.)
  • Nach etwa 6 Monaten muss man anfangen, sich wieder selbst ums düngen zu kümmern.
  • Ein falsch gewählter Dünger kann im Wasserreservoir zu stinken beginnen oder der Pflanze schaden.
  • Wenn man die Pflanze bei der Eingewöhnung oder später zu viel gießt, können die Wurzeln verfaulen
  • Manche Pflanzen (besonders etablierte, ausgewachsene Exemplare) schaffen es nicht, sich umzugewöhnen und gehen ein.
  • Pon kann unter gewissen Umgebungsbedingungen schimmeln
  • Pon kann Schädlinge nicht ganz verhindern. Auch die nervigen Trauermücken können in Pon vorkommen.
  • Manche Pflanzen mögen Pon scheinbar weniger, während andere in Pon besonders gedeihen. Es ist ratsam, sich vorher genau zu informieren.
  • Einige Berichte im Web kritisieren grundsätzlich den Sinn solcher Substrate. Laut deren Meinung ist eine Pflanze genetisch an ein Leben in Erde und den darin lebenden Mikroorganismen symbiotisch angepasst. Auf Dauer sollen pflanzen in Substraten daher nicht glücklich werden, ihre Reserven aufbrauchen und nach ca. einem Jahr langsam eingehen.

Fallen euch noch andere Nachteile ein? Schreibt es mir unten!

Fazit

Ich denke, es kommt vielleicht auch auf die Pflanze, die korrekte Eingewöhnung und Anwendung und die Umgebung, in der die Pflanze steht, an. Es eignet sich meiner Meinung nach nicht für alle Pflanzen auf der Welt, aber wohl für sehr viele Zimmerpflanzen, gerade für solche, die gerne und oft viel Wasser trinken. Viele tropische Pflanzen können zum Beispiel auch ohne Erdkontakt rankend auf Bäumen, Ästen und an Stämmen leben. Ihre Wurzeln nutzen die Luft zum Atmen und als Wasserquelle. Ich vermute, sie sind anpassungsfähig genug, um jede Form von Substrat anzunehmen, das ihnen nicht schadet. Orchideen sind ein gutes Beispiel auch.
Aber kann ich mir vorstellen, dass es wiederum Pflanzen gibt, denen Erde mehr Vorteile bietet. Unsere Wohnungen sind einfach künstliche Welten mit wenig Licht und wir sichern durch Pflege das Überleben der Pflanze. Kompromisse sind unvermeidlich. Ob Pon einem mehr Vorteile oder Nachteile bietet, hängt also von vielen Faktoren ab, den gewählten Pflanzen, der Umgebung in der sie wachsen und dem Fachwissen und der Aufmerksamkeit des Pflanzenbesitzers. Ich denke, die Kombination dieser Faktoren macht den Erfolg oder Misserfolg aus.
Bisher finde ich Pon sehr spannend und Ich probiere es aus! Erzählt mir doch mal in den Kommentaren, welche Erfahrungen ihr bereits mit Pon sammeln konntet und ob ihr etwas ergänzen oder korrigieren möchtet. Ich freue mich sehr darauf!

Shoppingtipps – Bezugsquellen Substrat Pon:

Pon und Lechuzatöpfe bekommt ihr natürlich direkt im Onlineshop des Herstellers und vor Ort in deren Lechuzashops. Vielleicht wohnt ihr ja zufällig in der Nähe? Denkt dran, online lohnen sich Preisvergleiche immer! Pon ist immer mal wieder ausverkauft, besonders während der Lockdowns, wenn die Pflanzen- und Baumärkte geschlossen haben. Ansonsten findet ihr Pon zu guten Preisen in fast jedem Baumarkt der Pflanzen hat, vielleicht beim Florist, in Gärtnereien und ganz sicher in den großen Pflanzenmärkten. Manchmal gibt es die Töpfe, insbesondere die für Kräuter, im Angebot beim Supermarkt um die Ecke (bei mir war dies leider noch nie der Fall). Voricht, bestellt nicht zuviel! 10-12 Liter reichen euch für den Anfang sicher vollkommen aus, das sind große Säcke.
Ansonsten gibt es Pon, Perlit und Vulkatec bei Amazon:

Shoppingtipps – Bezugsquellen Selbstbewässerungstöpfe:

Ich habe mich für das Deltini Modell von Lechuza entschieden, da ich Pon ohne Erde nutzen möchte und wenig Platz habe. Lechuza hat mir diese Modelle freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt. Ein Beitrag der sich um diese Töpfe dreht folgt daher bald! Die Deltinis sind nicht allzu groß und passen für mich gut in die Wohnung auf eine Fensterbank und zur Größe meiner Pflanzen. Zudem haben sie gute Bewertungen.

Alternative Selbstbewässerungstöpfe und DIY Selbstbewässerung

Diese findet ihr in jedem Pflanzen- und Baumarkt von diversen Herstellern. Ich kenne bisher Töpfe von Elho, Eigenmarken vom Dehner und Pflanzenkölle. Online auf Amazon gibt es die von T4U aus China. Die Plantfluencerin Kaylee Ellen hat in einigen Videos auf YouTube über Versuche mit diversen günstigen Anbietern als auch mit Lechuza selbst berichtet, vor allem in Repot-with-me-Videos. Ihre Erfahrungen waren durchwachsen, andere wiederum loben Eigenmarken von Baumärkten und Pflanzenmärkten. Ich find das grüne Pflänzchen im Wasserstandsanzeiger beim Elho Topf optisch gelungen!

Ihr könnt euch mit einem Bewässerungsdocht und etwas Geschick diese Töpfe übrigens selbst basteln, besonders wenn ihr den Wasserstandsanzeiger ohnehin nicht nutzt. Einen passenden Docht bekommt ihr bei Amazon, ich verlinke euch einen guten hier:

Kennt ihr Alternativen zu Pon? Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen mit Pon gemacht?

Wie sind eure Erfahrungen? Lasst mir doch gerne einen Kommentar zum regen Austausch miteinander da! Ich lese jeden und versuche immer, zeitnah zu antworten.


Hier findet ihr Dinge, die ich selber kaufe und weiterempfehlen kann: Meine Lieblingsprodukte zur Pflanzenpflege
In meinem Instagram Account werde ich in meine Versuche mit Pon dokumentieren. Schaut doch mal vorbei!


Bitte beachtet: alle Angaben sind ohne Gewähr. Dieser Blog ist “nur” mein Hobby. Ich bin weder Botanikerin, noch Biologin. Ich bin nicht wissenschaftlich ausgebildet. Nicht alles, was ich schreibe, kann zu 100 % korrekt sein. Ich schreibe hier ganz bewusst flapsig und umgangssprachlich, weil ich mir den Spaß am Bloggen über mein Hobby durch zu viel Wertlegung auf Korrektheit und Fachsimpelei nicht verderben will. Vieles beim Thema Pflanzen hängt einfach von der eigenen häuslichen Umgebung ab. Es gibt wenig verlässliche Informationsquellen als Grundlage – selbst in meinen Fachbüchern zum Thema Pflanzen finden sich Fehler oder unterschiedliche Ansichten. Ich verlasse mich also auf eigene Erfahrung und die Berichte anderer. Wenn ihr einen Fehler findet, seht es mir bitte nach. Sehr gerne dürft ihr mich darauf hinweisen und mich korrigieren. Ich freue mich, gerade als Newbie, immer über neue Informationen und regen Austausch!

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